Aktuelles

Staufermedaille in Gold für Tobias Engelsing

Der Direktor der Städtischen Museen, Dr. Tobias Engelsing, wurde im Namen des scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann von Oberbürgermeister Uli Burchardt mit der Staufermedaille in der Sonderstufe Gold ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt das außerordentliche berufliche und ehrenamtliche Engagement von Tobias Engelsing als Historiker, Stiftungsvorstand, Autor und Journalist für seine historische Erinnerungs- und Kulturarbeit in Konstanz und weit darüber hinaus. Geehrt wurden der Reformprozess der Konstanzer Museen seit 2007, seine Publikationsarbeit, der Aufbau der museumsnahen Werner Konrad Siegert Stiftung und der Konstanzer Museumsgesellschaft sowie Engelsings grenzüberschreitendes Engagement in jahrzehntelanger enger Zusammenarbeit mit den Ostschweizer Kantonen.

Oberbürgermeister Uli Burchardt sagte während einer Eröffnungsfeier des Rosgartenmuseums im Cinestar-Kino, Engelsing habe die Konstanzer Museumslandschaft, die regionalhistorische Forschung und die Erinnerungskultur der vergangenen drei Jahrzehnte „geprägt wie kaum jemand sonst – mit wissenschaftlicher Tiefe, einem untrüglichen Gespür für relevante Themen und dem festen Glauben daran, dass Kultur gesellschaftliche Orientierung stiftet“. Burchardts herzlicher Dank galt dem Land Baden-Württemberg sowie Ministerpräsident Kretschmann, „der mit dieser Auszeichnung ein starkes Zeichen für die Bedeutung von Kulturarbeit setzt“, so Burchardt in Anwesenheit von Gerlinde Kretschmann, die den Konstanzer Museen sehr verbunden ist.

Tobias Engelsing, der an der Universität Konstanz Jura, Geschichte und Politik studiert und 1910 bei Professor Lothar Burchardt promoviert hat, übernahm 2007 die Leitung der vier Städtischen Museen Konstanz nachdem er zuvor 14 Jahre lang Chef der Südkurier-Lokalredaktion Konstanz gewesen war. Unter seiner Leitung wurden die Sammlungen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die Häuser auch mit zugänglichen Veranstaltungen niederschwellig geöffnet, die inneren Abläufe und das Management modernisiert und das Ausstellungsangebot zu einem überregional beachteten Programm ausgebaut. Zahlreiche Bücher und Dokumentarfilme stammen aus der Feder des Geehrten. Im vergangenen Jahr zählten die vier Museen rund 90.000 Besucherinnen und Besucher, zusammen mit den Besuchern des Sealife/Bodensee-Naturmuseum sind es 430.000 Besucher. Die Museen werben jährlich Drittmittel über 200.000 Euro ein, sind in den Medien überregional präsent und haben eine wachsende Zahl von Förderinnen und Förderern.

Bild (v.l.):

Oberbürgermeister Uli Burchhardt, Gerlinde Kretschmann, Frau des ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und das Ehepaar Professorin Dr. Susanne Engelsing und Dr. Tobias Engelsing © Städtische Museen Konstanz/ Alexander Stertzik


Trailer zu „Die Mosbruggers. Eine Künstlerfamilie am Bodensee“

Die aus Vorarlberg stammende Künstlerfamilie Mosbrugger ist von 1795 bis zum Tod des letzten Malers, Joseph, 1869 am Bodensee, in den angrenzenden Landschaften und im Schweizer Umland tätig. Ihr Werk umfasst eindrucksvolle, tief psychologisch gestaltete Porträts, repräsentative Familienbilder, geistliche Motive, Landschaftsmalerei und Genredarstellungen.

In diesem Trailer geben Dr. Tobias Engelsing, Direktor der Städtischen Museen Konstanz, und Dr. Lisa Foege, Kuratorin des Rosgartenmuseums, Einblicke in das Thema der neuen Sonderausstellung „Die Mosbruggers. Eine Künstlerfamilie am Bodensee“, die vom 21.Mai 2026 bis 10.01.2027 im Rosgartenmuseum gezeigt wird.

Im Museumskino ist auch der Dokumentarfilm zur Ausstellung zu sehen.

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Ja-Wort im Museum – standesamtlich heiraten im historischen Ambiente

Konstanz bekommt einen neuen Ort für den schönsten Satz des Lebens: Ab Juni können standesamtliche Trauungen erstmals auch im Museum stattfinden. In Kooperation zwischen dem Standesamt der Stadt Konstanz und den Konstanzer Museen wird der historische Zunftsaal des Rosgartenmuseums zur außergewöhnlichen Hochzeitskulisse.

Wer sich das Ja-Wort in besonderem Ambiente wünscht, darf sich auf hölzerne Decken, geschichtsträchtige Räume und eine Atmosphäre freuen, die Vergangenheit und Zukunft auf charmante Weise verbindet. „Hier kann man nicht nur gemeinsam in eine lange Zukunft starten, sondern beginnt sie gleich mitten in der Geschichte der Stadt“, sagt Museumsdirektor Tobias Engelsing augenzwinkernd.

Der spätmittelalterliche Zunftsaal bietet den passenden Rahmen für kleine und größere Hochzeitsgesellschaften – stilvoll, zentral gelegen und mit ganz eigenem Charakter. Und auch nach der Zeremonie muss der besondere Tag noch nicht enden: Für viele Paare dürfte der romantische Museumsgarten schnell zum Lieblingsort werden. Dort besteht die Möglichkeit, den frisch geschlossenen Bund bei einem Sektempfang gemeinsam mit Familie und Freunden zu feiern.

Die neue Kooperation freut alle Beteiligten gleichermaßen. Museumsdirektor Tobias Engelsing und seine Stellvertreterin Lisa Foege begrüßen das neue Angebot ebenso wie Standesamtsleiter Michael Schatz und Standesbeamtin Alexandra Haberger. „Das Museum ist ein Ort der Geschichten – künftig beginnen hier auch ganz persönliche“, so Alexandra Haberger mit einem Lächeln.

Die Buchung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst reservieren Paare ihren Wunschtermin über den städtischen Traukalender. Anschließend kann die Buchung des Museums vorgenommen werden. Informationen zu Terminen, Ablauf und Konditionen finden Interessierte auf den Internetseiten der Stadt sowie des Rosgartenmuseums.

Mit dem neuen Angebot erweitert die Stadt Konstanz ihre Möglichkeiten für standesamtliche Trauungen um eine besonders atmosphärische Variante – zwischen Geschichte, Romantik und einem Hauch Museumsmagie. Weitere Trauorte sind das historische Rathaus, die Insel Mainau, sowie die Rathäuser von Dingelsdorf und Dettingen.


Konstanzer Schutzmantelmadonna

Die „Schutzmantelmadonna“, ein um 1600 entstandenes Ölgemälde des Konstanzer Meisters Caspar Memberger, geht von der Caritas Konstanz in die Obhut des Rosgartenmuseums. Die Museumsgesellschaft e. V. hat das Werk angekauft, das bisher im Marienhaus hing. Über die Vereinbarung freuen sich v. l. Caritas-Ex-Chef Andreas Hoffmann, Museumschef Tobias Engelsing, Michaela Seeger und Bärbel Sackmann von der Caritas sowie Fördervereinspräsident Frank Martin.


Demokratie zum Frühstück

Wie das Demokratiefrühstück im Rosgartenmuseum Konstanz zum Nachdenken über Freiheit, Gefährdungen und bürgerschaftliches Engagement anregte.

Am diesjährigen bundesweiten „Tags der Demokratiegeschichte“, dem 18. März 2026, kamen rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger im Café des Rosgartenmuseum Konstanz zum „Demokratiefrühstück“ zusammen. Unter der Schirmherrschaft von Frank-Walter Steinmeier und initiiert von der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ bot das Treffen Raum für Austausch und Reflexion über Zustand und Zukunft der Demokratie.

Eingeleitet wurde die Diskussion durch einen Impulsvortrag des Museumsdirektors Tobias Engelsing. Unter dem Leitgedanken „Was ist Demokratie und was können wir für sie tun?“ zeichnete er die historischen Grundlagen nach und verband sie mit aktuellen Herausforderungen. Dabei wurde deutlich: Die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist keine Selbstverständlichkeit. Engelsing erinnerte an die Revolution von 1848, in der zentrale Freiheitsrechte wie Meinungs- und Vereinigungsfreiheit, Schutz der Privatsphäre, Eigentumsrechte, Gewaltenteilung und das Wahlrecht formuliert wurden – Prinzipien, die bis heute das Fundament demokratischer Gesellschaften bilden.

Gleichzeitig weitete sich der Blick auf die globale Lage. Demokratien stehen zunehmend unter Druck; nur etwa vier Prozent der Weltbevölkerung leben in stabilen demokratischen Systemen. Autoritäre und autokratische Regierungen gewinnen an Einfluss, während klassische Qualitätsmedien an Bedeutung verlieren und öffentliche Debatten sich zunehmend in digitale Teilöffentlichkeiten verlagern.

Zur Analyse dieser Entwicklungen wurde auf die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas Bezug genommen. Deren Kernidee – dass demokratische Meinungsbildung auf freiem, rationalem Diskurs basiert – erscheint heute gefährdet. Öffentliche Meinung wird verstärkt durch große Medienkonzerne und digitale Plattformen geprägt, die keiner demokratischen Legitimation unterliegen. Hinzu kommen Herausforderungen wie Desinformation, mangelnde Datensicherheit und Eingriffe in Kommunikationsstrukturen, die die politische Debattenkultur nachhaltig verändern.

Als konkrete Gefährdungen wurden auch gezielte Einflussnahmen auf den öffentlichen Diskurs, die Abkehr von faktenbasierter Information sowie die Bildung digitaler Echokammern benannt. Diese Entwicklungen untergraben nicht nur die Qualität politischer Entscheidungen, sondern auch das Vertrauen in demokratische Institutionen.

Die Diskussion beschränkte sich jedoch nicht auf Problemanalysen. Im Mittelpunkt standen ebenso Wege zur Stärkung der Demokratie. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle von Bildung: Demokratische Werte müssen aktiv vermittelt und das Verständnis für das Grundgesetz gefördert werden. Darüber hinaus wurde die Bedeutung von Kultur hervorgehoben, die gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und Menschen widerstandsfähiger gegenüber Krisen machen kann.

Zugleich wurde zu mehr gesellschaftlichem Engagement aufgerufen. Ehrenamt, zivilgesellschaftliche Initiativen und die aktive Beteiligung an politischen Diskussionen gelten als unverzichtbar für eine lebendige Demokratie. Eine „wehrhafte Demokratie“ bedeutet, Haltung zu zeigen, Missstände zu benennen und sich klar gegen antidemokratische Tendenzen zu positionieren – auch wenn dies mitunter unbequem ist.

Abschließend wurde ein aktuelles Zitat des Bundespräsidenten aufgegriffen, das die Dringlichkeit unterstrich: In einem Interview mit der ZEIT warnte Steinmeier davor, Extremisten durch Machtbeteiligung bändigen zu wollen – ein historisch widerlegter Irrweg.

Das Demokratiefrühstück im Rosgartenmuseum zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Räume des Austauschs sind – Orte, an denen Wissen, historische Perspektive und persönliche Verantwortung zusammenkommen. In einer Zeit wachsender Unsicherheiten wurde hier nicht nur über Demokratie gesprochen, sondern auch ein Stück gelebter demokratischer Kultur erfahrbar gemacht.

Schirmherr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Initiative: Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte
Kooperationspartner: AG Orte der Demokratiegeschichte